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Die Sozialbeziehungen im Organisationsbereich der EMCEF und die Unterstützung des Sozialdialogs durch das LIFT.COM Projekt
von Reinhard Reibsch, Generalsekretär der EMCEF Die chemische Industrie kennt in den meisten Ländern der EU gute und wirkungsvolle Beziehungen der Sozialpartner. Dazu gehört, das neben den Tarifverträgen zur Regelung von Arbeitsbedingungen weitere Vereinbarungen zu Fragen abgeschlossen wurden, die eine intensive Auseinandersetzung mit Themen von beiderseitigem Interesse bei den Sozialpartnern zeigen. Ähnliches gilt für die Europäischen Betriebsräte, die eine über die bloße Umsetzung von Vereinbarungen hinausgehende Praxis entwickelt haben. Dieses wurde durch das LIFT.COM Projekt erheblich weiterentwickelt. So gut diese Beziehungen in den Unternehmen und auf der nationalen Ebene entwickelt sind, sosehr viel schwieriger ist dies auf Europäischem Niveau, weil sich die Sozialpartner in Europas Branchen noch nicht ausreichend entwickelt haben. Bis zum Jahr 2002 fehlte den Gewerkschaften in der chemischen Industrie in Europa ein Ansprechpartner - CEFIC, der Europäische Industrieverband für die chemische Industrie hatte kein Mandat zur Verhandlung mit den Gewerkschaften seitens der nationalen Mitgliedsorganisationen und seiner Einzelmitglieder. Im Jahr 2002 ist mit der Gründung der ECEG, der European Chemical Employers Group, eine Arbeitgeberorganisation entstanden, in der die nationalen Arbeitgeberverbände bzw. die Unternehmensverbände der chemischen Industrie, welche Tarifverhandlungen führen, Mitglied sind. Zwischen der ECEG und EMCEF gibt es eine gute Zusammenarbeit, was sich auch in Vereinbarungen zu Responsible Care und gemeinsamen Veranstaltungen zu Themen von gemeinsamem Interesse ausdrückt. Vorbereitet wurde diese Zusammenarbeit durch Konferenzen zu Themen von gemeinsamem Interesse, die im Jahr 2000 zu Fragen der Aus-und Weiterbildung begonnen wurden und jährlich stattfinden. Durch den kontinuierlichen Erwerb neuer Kompetenzen und einer Verbesserung der Kommunikation, kann die Bewältigung des Strukturwandels erheblich verbessert werden. Dieses zählte zu den Hauptzielen des LIFT.COM Projektes. Daneben gibt es in der PVC-Industrie eine enge Zusammenarbeit in bezug auf Zukunftsfragen der Industrie, Umweltschutz und Arbeitssicherheit, aber auch Aus- und Weiterbildungsfragen und Europäische Betriebsräte. Wichtig für den Fortschritt, der auf Europäischer Ebene erzielt wurde ist auch, das es seit mehreren Jahren länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartner gibt, beispielsweise zwischen Großbritannien und Deutschland, aber auch zwischen Italien, Frankreich und Spanien. Dieser transnationale Erfahrungsaustausch ermöglicht es den Europäischen Betriebsräten die Qualifikationsstrukturen in ihren eigenen Betrieben erheblich zu verbessern. Vor diesem Hintergrund setzt auch das LIFT.COM Projekt an, das Angebote und Materialien zu Optimierung der interkulturelle Kompetenzen, sowie Teamfähigkeit in den Gremien zur Verfügung stellt und dabei auch zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den west- und osteuropäischen Mitgliedern beiträgt. Die verbesserten Handlungskompetenzen werden zu einem intensiveren Sozialen Dialog auf europäischer Konzernebene, sowie zu einer Erhöhung der Qualität der Berufsbildung und der Personalstruktur führen. Gegenwärtig haben ECEG und EMCEF vereinbart, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen zu entwickeln, die Frage eines Antrags zur Anerkennung bei der EU-Kommission zur Nutzung der Möglichkeiten der Verträge von Maastricht und Amsterdam ist weiterhin offen. Geklärt ist bisher, dass der Sozialdialog auf Europäischer Ebene die Erfahrungen der nationalen Sozialbeziehungen in der Zusammenarbeit zu den Themen aufgreifen könnte, die nicht in Tarifverträgen enthalten sind, wie Aus- und Weiterbildung, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, aber auch industriepolitische Themen, die eine zunehmend größere Rolle auf der Europäischen Ebene spielen und eine gemeinsame Position der Sozialpartner durchaus nötig hätten. |